02 – Definitionen (Teil 1)

Zu Beginn unserer Reise in die Public History schauen wir uns an, wie das Feld seit den 1970er Jahren in den USA und in Deutschland definiert wurde – von Robert L. Kelley bis Irmgard Zündorf. Wir starten im US-amerikanischen Kalifornien und enden mit dem forschungsorientierten Public-History-Ansatz, den wir in Hamburg vertreten.

Dies ist der erste von zwei Teilen, die sich mit Public-History-Definitionen in der Literatur beschäftigen.

Genannte Literatur 

  • Benjamin F. Shambaugh: Applied History, Iowa City 1912.
  • Robert Kelley: Public History: Its Origins, Nature, and Prospects, in: The Public Historian 1 (1978) H. 1, S. 16-28.
  • Irmgard Zündorf, Irmgard: Public History und Angewandte Geschichte – Konkurrenten oder Komplizen?, in: Jacqueline Nießer, Juliane Tomann (Hg.): Angewandte Geschichte. Neue Perspektiven auf Geschichte in der Öffentlichkeit, Paderborn 2014, S. 63-76.
  • Irmgard Zündorf: Zeitgeschichte und Public History. Version: 2.0, in: Docupedia-Zeitgeschichte, 06.09.2016, URL: http://docupedia.de/zg/Zuendorf_public_history_v2_de_2016 (eingesehen am 23.04.2021).
  • Martin Lücke, Irmgard Zündorf: Einführung in die Public History, Göttingen 2018.
  • Simone Rauthe: Public History in den USA und der Bundesrepublik Deutschland, Düsseldorf 2001.
  • Habbo Knoch: Wem gehört Geschichte? Aufgaben der “Public History” als wissenschaftlicher Disziplin, in: Wolfgang Hasberg, , Holger Thünemann (Hg.): Geschichtsdidaktik in der Diskussion. Grundlagen und Perspektiven, Frankfurt am Main 2016, S. 303-345.
  • Serge Noiret: Internationalizing Public History, in: Public History Weekly 2 (2014) 34, DOI: http://dx.doi.org/10.1515/phw-2014-2647.
  • Cathy Stanton: “What is Public History?” Redux, in: Public History News 27,4 (2007), URL: https://ncph.org/wp-content/uploads/2010/08/September-2007-NCPH-Newsletter-Compressed.pdf.
  • What is Public History?: About the Field, in: NCPH National Council on Public History, 2021, URL: https://ncph.org/what-is-public-history/about-the-field/

Genannte Zeitschriften, Blog-Journals, Datenbanken, Gesellschaften, Sendeformate

Preview Folgen 3

Auch in Folge drei wird es noch einmal um Definitionen gehen: Wie wurden und werden Public History in der Literatur definiert?

ACHTUNG: Folge 3 erscheint am 16. November. Der 9. November ist ein guter Tag zur aktiven Erkundung von Geschichtskultur im eigenen Umfeld … eine gute Möglichkeit, um Public Histories selbst zu erkunden!

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Comments
  • Vincent S.
    November 2, 2021Antworten

    1.) Vielen Dank für diese erste Folge. Ich habe persöhnlich ja immer noch ein wenig damit zu kämpfen, dass es so viele unterschiedliche bzw. keine einheitliche Definition des Faches gibt, obwohl dieses schon in vielen Ländern und Universitäten als Teil der Geschichtswissenschaft akzeptiert und etabliert ist.
    Beim Hören des Podcasts musste ich schnell an die Zeit zurückdenken, als das Videospiel Battlefield One vor 5 Jahren veröffentlicht wurde. Durch die (deutsche) Videospielcommunity ging, nicht zum ersten Mal, die Diskussion inwieweit Videospiele historisch korrekt sind. Ein Thema, welches, auch als Unterthema des „Wie realistisch müssen Spiele sein? Wie viel Realismus macht noch Spaß?“, immer wieder diskutiert wird. Ich erinnere, wie ich zu der Zeit ein Video eines Videospielmagazins gesehen habe, was sich mit dieser Fragestellung auseinandergesetzt hat. In dem Video wurde der Trailer des besagten Spiels auf seine historische Korrektheit analysiert. Das Video richtete sich an Gamer*innen und ggf. Kaufinteresierte. Ich fragte mich damals, ob dafür extra Historiker*innen engagiert wurden, oder ob die Videospieljournalist*innen zu dieser Fragestellung selber recherchierten.
    Während ich dem Podcast lauschte konnte ich verorten, dass laut der Definition der Public History an der Universität das Beschäftigen mit dieser Fragestellung definitiv in die Public History fallen würde. Schwerer tat ich mich bei der Definiton von Kelley. Ich kam zu dem Schluss, dass aufgrund der „employability“ dies nur in die Public History fallen würde, wenn Historiker*innen die Analyse des Trailers für das Magazin als Teil ihres Jobs, nicht aber in ihrer Freizeit getan hätten. Das erscheint mir ein wenig seltsam, wenn doch die Vorgehensweise die gleiche ist. Was sagen die anderen dazu?

  • Martin Szalla
    November 6, 2021Antworten

    Gehe ich recht in der Annahme, dass die coolen Gitarren-Riffs und der Typewriter-Sound auch unter den Begriff Performativität fallen?

  • Julius Dröge
    November 9, 2021Antworten

    Auch wenn mir bewusst ist, dass Sie im Laufe des Semesters noch auf die Beziehung zwischen der Geschichtsdidaktik und der Public History eingehen werden, kann ich es mir nicht verkneifen, bereits jetzt schon darauf einzugehen. So kam mir die Definition von Robert Kelley und der damit verbundenen Ausrichtung von Public History, doch jenem Konzepts der Geschichtskultur von Jörn Rüsen recht nahe. Lässt sich hieraus also ableiten, dass die Public History als noch junge Disziplin in Deutschland aus eben jener Geschichtsdidaktik erwachsen ist? So versteht sich doch auch die Didaktik von Geschichte – jedenfalls nach meinem Verständnis – weder als reine „Unterrichtsform“ noch als reine Wissenschaft, sondern vielmehr als kulturelle Deutungspraxis, die jeden Menschen prägt. Hierzu nennt Rüsen die zentrale Kategorie des Geschichtsbewusstseins, also dem Umgang mit Geschichte in der Öffentlichkeit. Hiermit werden die Formen, Medien und Funktionen der historischen Erinnerung in interkultureller Perspektive untersucht. Ebenfalls wird mit diesem Konzept versucht, die Typen narrativer Sinnbildung und historischer Orientierung in den bereits in der Vorlesung genannten erinnerungskulturellen Objektivationen aufzudecken und darzustellen. Könnte also letztlich nicht auch die Geschichtsdidaktik Public Historians mit dem Rüstzeug für eine erfolgreiche Karriere ausrüsten? Oder ist die Fachdidaktik doch zu sehr auf die Institution Schule versteift und die Public History kann hier einen größeren Rahmen abdecken?

  • 6957289
    November 10, 2021Antworten

    Irmgard Zündorf betont die Interdisziplinarität der Public History, bestehend aus Medienwissenschaft, Geschichtsdidaktik, Museumspädagogik und Literaturwissenschaften. Müssten unter Bezugnahme auf die materielle Dimension der Public History in einen interdisziplinär angelegten Public-History-Ansatz, in welchem die Vermittlung und Darstellung von Geschichte in der Öffentlichkeit im Mittelpunkt stehen, nicht auch die Wirtschaftswissenschaften und insbesondere das Marketing integriert werden?

    Weiterhin definiert Zündorf die Public History als „Geschichte für die Öffentlichkeit und Geschichte in der Öffentlichkeit“. An dieser Stellte stellt sich mir die Frage, inwieweit Geschichte überhaupt für die Öffentlichkeit produziert werden soll. Trägt die Geschichtswissenschaft nicht vielmehr einen Sinn in sich selbst? Meiner Meinung nach geraten Wissenschaft und Öffentlichkeit unter der Annahme, dass Erstere unabhängig von Letzterer betrieben werden sollte, in einen Konflikt miteinander.

  • Giusy Correggia
    November 10, 2021Antworten

    Vielen Dank für diese Erklärung zur Public History. Eine so breite und reichhaltige Literatur ist sehr nützlich, um zu verstehen, was Public History ist. Außerdem haben die verschiedenen Definitionen das gleiche Thema auf unterschiedliche Weise dargestellt. Ich persönlich finde die Definition von Robert Kelley sehr interessant:
    „In its simplest meaning Public History refers to the employment of Historians and their historical methods outside of Academia : in government, private corporations , the media, historical societies and Museums, even in public practice.“ In diesem Sinne wird die Geschichte als etwas Lebendiges dargestellt, das mit der öffentlichen Sphäre und nicht nur mit diplomatischen Kreisen zu tun hat.
    Diese „Public“ Dimension wurde auch von Serge Noiret auf interessante Weise analysiert: „…The practice of history has always been “public” in a way, but individual and collective memories are now invading the public sphere…“.
    In diesem Fall gibt es einen Bezug auf Zeit, der auch durch Wörter wie „always“ oder „now“ signalisiert wird. Diese Begriffe signalisieren einen Wandel und eine stärkere Teilnahme der Gemeinschaft. In diesem Sinne wird die Geschichte kooperativ. Dieser erste Teil hat mich sehr interessiert, ich warte schon auf den zweiten Teil!

  • María Lucía Valle Vera
    November 12, 2021Antworten

    Das Feld „Public History“ ist sehr interessant und jede der vorgeschlagenen Definitionen hinterlässt viele Fragen. In einem Teil der Sitzung wird kommentiert, dass die Aufgabe oder Herausforderung, die Historiker der „Public History“ übernehmen müssen, darin besteht, „Geschichte zu übertragen“. Dies impliziert, dass Historiker Fähigkeiten erlernen oder erwerben sollten, um Informationen zu übermitteln, die nicht unbedingt die gleichen sind, die in der Wissenschaft verwendet werden. Was könnten in diesem Sinne diese Fähigkeiten sein? Könnten wir auch in „Public History“ über die Notwendigkeit einer interdisziplinären Zusammenarbeit mit den Kommunikationswissenschaften sprechen?
    Angesichts der undefinierten Grenzen von „Public History“ und der Interaktion von Öffentlichem und Privatem könnte man sagen, dass ALLE: Historiker und Personen außerhalb des akademischen Bereichs, die historisches Wissen teilen und am Aufbau des historischen Gedächtnisses mitarbeiten möchten, öffentlich machen können Geschichte? Derzeit gibt es Bloggers und Youtubers, die Materialien (u. a. Musikvideos, Texte) produzieren, in denen sie Erinnerungen oder historische Informationen verbreiten wollen. Könnten sie als „Agenten der öffentlichen Geschichte“ betrachtet werden?

  • Martin Szalla
    November 16, 2021Antworten

    Ein Verweis auf die Public History aus dem Feuilleton der Süddeutschen Zeitung vom 10.11 21. Gustav Seibt schreibt über eine Veranstaltung mit Bundespräsident Steinmeier zum 9. November: “Solche Abläufe wirken oft lange nach, aber weniger beim Publikum als bei den Fachleuten der ‘Public History’, einer jungen Disziplin, die sich mit dem öffentlichen, nicht zuletzt dem zeremoniellen Gebrauch von Historie beschäftigt. Manchmal kann man argwöhnen, Gedenkstunden dieser Art würden vor allem für die hermeneutische Geschicklichkeit professioneller Interpreten entworfen.” Der letzte Satz scheint mir dabei einer zu sein, der zum guten Ton, d.h. zur Zeremonie des Feuilleton-Schreibens gehört…

  • Furkan Ceran
    November 16, 2021Antworten

    Mich würde die Frage interessieren, inwiefern Public History und wissenschaftsorientierte Geschichte unabhängig voneinander koexistieren können.
    Geschichte in der Öffentlichkeit (Public History) könnte von der wissenschaftsorientierten, universitären Geschichte maßgeblich geprägt worden sein, auch umgekehrt.
    Gibt es in der Geschichtsschreibung einen einseitigen oder gegenseitigen Einfluss?

    • Lea Dawils
      November 29, 2021Antworten

      Das sind zwei sehr spannende Fragen. Im Folgenden versuche ich nur die zweite zu beantworten, da ich zur ersten Frage im Moment noch keine Antwort habe. Meiner Meinung nach gibt es zwischen der Public History und der wissenschaftsorientierten Geschichte einen gegenseitigen und keinen einseitigen Einfluss. Die Public History beschreibt jede Form der öffentlichen Geschichtsdarstellung. In der neuen Podcastfolge (Australien: Paul Ashton) wird beschrieben, dass sich die Wissenschaft daran orientiert, was die Gesellschaft, also die Öffentlichkeit, bewegt, wie zum Beispiel die koloniale Vergangenheit. Das heißt also, dass die akademische Geschichtswissenschaft von einem öffentlichen Geschichtsinteresse bestimmt wird. Umgekehrt wird die akademische Geschichtswissenschaft auch von der Public History beeinflusst. Ebenfalls in der neuen Folge wird darauf hingewiesen, die Vielfalt von Geschichtsrepräsentationen zu sehen und diese dann im Fach Geschichte zu nutzen. Des Weiteren muss man als Historiker*innen oder Public Historians nicht allein alle Fertigkeiten vereinen müssen; man kann gemeinsam und in Teams arbeiten, wie es Herr Logge beschreibt. Beide Disziplinen beeinflussen sich also gegenseitig, sind miteinander verbunden und prägen sich gegenseitig.

  • Sümerya Uzun
    November 18, 2021Antworten

    Vielen Dank für diese wohl strukturierte Podcastfolge.
    Während des Hörens haben sich einige Fragen bei mir gesammelt, die ich hier in kompensierter Form stellen möchte. Irmgard beschrieb, dass das Feld der Public History einem gewissem Pragmatismus unterlege; nämlich dem „Historiker auszubilden für öffentliche Vermittlungsaufgaben und Dienstleistungen. Dies basiert vor allem von der Arbeitsnotlage und Kelleys Ausführungen. Zudem sollen Public Historians dazu befähigt werden, akademisch fundiertes Wissen in eine breite ungebildete Bevölkerung zu transferieren. Sind hier das Richtigstellen und die Entmächtigung von generationell vermittelten Mythe und Legenden hinzu (besonders außerhalb von Deutschland). Beispielhaft hierfür denke ich an die vermeintliche „Entdeckung von Amerika durch Kolumbus“, an welche heute als Nationalfeiertag gedenkt wird, und welche im Geschichtsbewusstsein der US-Amerikanischen Bevölkerung größtenteils implementiert sind. Was können Public Historians hier leisten? Müssen oder sollen sie dies sogar?
    Und zweitens: Wie sind partizipative Formen der Geschichtsdarstellung zu werten (Reenactment). Sind diese als Teilbereich der Public History anzusehen.

  • Jana Fischer
    Dezember 15, 2021Antworten

    „Geschichte absichern und veranschaulich erzählen“ – wie groß ist die Aufgabe für Historiker der „Public Histroy“ ?

    Der erste Podcast hat mir gezeigt, dass „Public History“ verschieden betrachtet und definiert werden kann. Im Podcast wurde das „Herstellen von Geschichtsrepräsentationen“ hervorgehoben in Form von Brettspielen, Filmen und Fotos. Dies führt zu einer Verbreitung, doch welche Methoden werden genau eingesetzt und welche unterschiedlichen Vermittlungsstrategien? Im Podcast wurde nämlich gesagt, dass die Vermittlungsstrategien sehr ausgeprägt seien. Und wo sind die Grenzen in dieser Forschung? Und welchen Einfluss haben hierbei die Social Media Plattformen?

  • Dalia Chwilla
    Dezember 15, 2021Antworten

    Beim Anhören des Podcasts und bei der näheren Betrachtung eine der Definitionen, dass Public History z.B. die Medienkultur (u.a. Erinnerungs- und Museumskultur) umfassen, fiel mir auf, dass wir bereits während des Kindesalters mit Public History konfrontiert werden. Dies geschieht zunächst zwar unbewusst, also ohne dass wir genau wissen, dass wir uns in dem Moment mit Public History befassen, jedoch bleibt es im Gedächtnis.
    Mir kam beispielsweise ein Szenario aus meiner Kindheit in den Sinn: Ich war auf einem Kindergeburtstag im Schloss Gottorf, bei dem erst eine Rundführung mit historischer Erzählung durch das Museum gemacht wurde. Anschließend sollten wir uns historisch angemessen verkleiden und lernten einen der Zeit entsprechenden Tänze.
    Ich denke, mein Punkt, dass es auch kindergerechte Formen von Public History gibt, wird dadurch deutlich. Auch wenn wir uns dem gar nicht bewusst sind, werden wir zu verschiedenen Lebenssituationen und im Laufe unseres Lebens immer öfter mit Public History konfrontiert.

  • Aycan Sünbül
    Dezember 15, 2021Antworten

    Erstmals vielen Dank für diese Podcastfolge.
    Anhand des ersten Podcast, wurde deutlich, dass „Public History“ sehr verschieden betrachtet und definiert werden kann. Angesichts der undefinierten Grenzen von „Public History“ und der Interaktion von öffentlichem und Privatem, würde mich die Frage interessieren, wo die Grenze zwischen Public History und Geschichtswissenschaft ist. Das Ziel der Geschichtswissenschaft ist, die wissenschaftliche Erkenntnis und Forschung (Grundlagenforschung) anzustreben. Public History jedoch zielt auf die Vermittlung von wissenschaftlicher Erkenntnis und das Verständnis machen der Forschung. Jedoch würden mich die Grenzen hierbei interessieren. Also inwieweit darf Public History in die Geschichtswissenschaft eingreifen?

  • Sabrina Omerovic
    Dezember 17, 2021Antworten

    Vielen Dank für diese Folge.
    Was mir besonders im Gedächtnis geblieben ist, ist die Ausführung von Zündorf: „Geschichte für die Öffentlichkeit. Geschichte in der Öffentlichkeit.“ Diese zwei Sätze haben bei mir folgenden Denkprozess ausgelöst: Was ist die Intention von Geschichte und wie kann diese Intention realisiert werden und welche Rolle spielt dabei die Öffentlichkeit und welche Chancen und Risiken können dabei resultieren? Die Erläuterung, dass Public History in einem außeruniversitären Raum stattfindet und verschiedene Zugänge gewährleistet „Vergangenheit“ zu rekonstruieren zu vermitteln und zu konsumieren, war für mich sehr schlüssig. Durch die Vielfalt und Unterschiedlichkeit von Geschichtsrepräsentation finde ich es ebenfalls erleichternd von „public histories“ zu sprechen. Für mich stellt sich eine weitere Frage: In der Podcast Folge wurde erwähnt, dass sich Public History in Deutschland im Wandel befindet. Für mich ist es interessant darüber nachzudenken, inwiefern sich auch zukünftig Public History weiterentwickeln wird und welche neuen Geschichtsrepräsentationen von Bedeutung sein werden.

  • Saskia Schwiderski
    Dezember 20, 2021Antworten

    Der wesentliche Aspekt welcher mir nach dem anhören dieser Podcastfolge im Gedächtnis geblieben ist, ist die Tatsache, dass Public – History sich im wesentlichen damit auseinandersetz, Geschichte zu produzieren, sie aufzuarbeiten und sie zu vermitteln, bzw. sie für ein gewisses Publikum darzustellen. Wie bereits in der Folge erwähnt, handelt es sich innerhalb dieses Prozesses also um eine Art Zusammenspiel, zwischen der Public – History und dem „Publikum“, welches sich mit den aufgearbeiteten und präsentierten Inhalten auseinandersetzt. Meine Frage diesbezüglich wäre, bedeutet dass, das Public – History abhängig von der Öffentlichkeit ist? Kann sie ohne öffentliche Aufmerksamkeit und Auseinandersetzung mit ihr trotzdem weiter existieren? Oder würde sie durch komplette Ablehnung der Öffentlichkeit zu Grunde gehen?

  • Saskia Schwiderski
    Dezember 20, 2021Antworten

    MIr ist nach anhören dieser Podcastfolge im Gedächtnis geblieben, dass Public – History sich sehr stark damit auseinandersetzt Geschichte zu produzieren, diese aufzuarbeiten und der Öffentlichkeit zu präsentieren. Wie bereits in der Folge erwähnt, handelt es sich bei diesem Prozess um ein Zusammenspiel zwischen der Public – History und dem „Publikum“ welches sich mit den aufgearbeiteten und präsentierten Inhalten auseinandersetzt. Meine Frage diesbezüglich lautet: Bedeutet dass, das Public – History von der Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit abhängig ist? Kann Public – History auch ohne die Auseinandersetzung mit seinen Inhalten, welche durch ein Publikum erfolgt existieren? Und was würde passieren, wenn Public – History auf totale Ablehnung der Öffentlichkeit stoßen würde?

  • Lamin Suwaneh
    Dezember 25, 2021Antworten

    Zwar differenzieren sich die Definitionen der in diesem Podcast erwähnten Akademiker leicht voneinander, der Kern bleibt jedoch der gleiche. Die Public History fundiert als Subdisziplin der Geschichtswissenschaften und beschäftigt sich damit wie Geschichte im öffentlichen Raum dargestellt wird. Während sich die Geschichtswissenschaften vorwiegend in akademischen Kreisen aufhält, analysieren Public Historians die öffentliche Geschichtsschreibung, sowie die Darstellung der Geschichte außerhalb von Schulen und Universitäten, darauf können sich Robert Kelly, Frank Bösch und Konstatin Goschler einigen. Sie konkretisieren zudem, was sie mit „Öffentlichkeit“ meinen, indem sie frei zugängliche Orte wie Museen, Gerichtssäle und Gedenkstätten erwähnen. Theaterstücke, historische Romane, oder Gemälde und Bilder von historischen Personen oder Schlachten zählen jedoch auch zu der öffentlichen Geschichte, welche natürlich bereits länger existieren als der Begriff „Public History“.
    Irmgard Zündorf erläutert zudem, dass die Public History sowohl das leicht verständliche und anschauliche Vermitteln von geschichtswissenschaftlichem Wissen an eine nicht vorgebildete Allgemeinheit beinhaltet, als auch die analytische Dekonstruktion von in der Öffentlichkeit bereits repräsentierten Geschichte. Dies erfolgt um zu untersuchen inwiefern Geschichte im öffentlichem Raum gebraucht oder ggf. auch missbraucht wird. Hierbei stellt sich mir vor allem die Frage wie die Selektion der Untersuchung erfolgt und welche Kriterien Public Historians bei dieser Auswahl beachten.

  • Miriam Wiels
    Dezember 25, 2021Antworten

    Vielen Dank für die spannende Darstellung der unterschiedlichen Definitionen von Public Histori(es). Wenn ich es also richtig verstanden habe versteht der Mensch heute, nach Jahrzehnten der Diskussion,
    unter Public History jede Form von öffentlicher Geschichtsdarstellung und Geschichtsvermittlung, die fern der Wissenschaft praktiziert wird? Dazu zählen also die Präsentation von Vergangenheit in den klassischen Massenmedien wie Buch, Zeitung, Radio und Fernsehen genauso wie solche in Museen, Gedenkstätten, Stiftungen und Archiven oder etwa im Kontext der Politischen Bildung? Die essentielle Aufgabe eines/einer Public Historian ist es also Geschichte darzustellen und zuvermitteln? Ich stellte mir ebenfalls beim hören des Podcasts die Frage, ob Public History in der Zeitgeschichte auf eine Epoche bzw. Zeitgeschichte limitiert ist? Beispielsweise schrieb der Berliner Zeithistoriker Paul Nolte, dass die Public History-Bewegung zwar durchaus alle Epochen umgreife, aber „das zeitgeschichtliche Gravitationszentrum der vielfältigen Interessen und Debatten” unverkennbar sei.

  • Malwina Laiker
    Dezember 27, 2021Antworten

    „Public History“ beschäftigt sich mit allen Formen von Geschichtsdarstellung und -vermittlung in und vor allem für die Öffentlichkeit. Demnach soll Geschichte publikumswirksam präsentiert werden. Insbesondere Serien und Filme prägen häufig das Geschichtsbild vieler Menschen. An dieser Stelle habe ich mich gefragt, inwiefern diese einer historischen Korrektheit unterliegen müssen? Brauchen Serien und Filme eventuell eine Warnung oder gibt man sich schon damit zufrieden, dass sich die Leute in Folge des Guckens überhaupt mit „Geschichte“ auseinandersetzen?

  • Aida Idrizi
    Dezember 29, 2021Antworten

    Public History wird zwar definiert als eine Form der öffentlichen Geschichtsdarstellung, welche sich mit unterschiedlichen Themen beschäftigt, die sich vorwiegend außerhalb des akademischen Umfelds mit Geschichte befassen, doch public history kann als Lehrgegenstand auch einen sehr wichtigen Teil zu der akademischen Geschichtswissenschaft leisten. Es werden beispielsweise Kenntnisse und Erfahrungen aus bestimmten Berufsbereichen an die Studierenden vermittelt, oder Verbindungen zwischen bekannten Geschichteinterpretationen und der reinen Geschichtsforschung hergestellt. Die Grenzen zwischen Public History und und der (universitären) Geschichtswissenschaft sind in einigen Bereichen dennoch klar. So besteht das Publikum der Geschichtswissenschaft hauptsächlich aus Historiker*innen und das Publikum der public History kennt kein Alter oder eine bestimmte Bildungsrichtung.

  • Sharifa Braimah Murtalah
    Dezember 31, 2021Antworten

    Da diese meine erste konkrete Auseinandersetzung mit Public History und Geschichte im akademischen Raum ist , fällt es mir noch schwer diesen Forschungsbereich einzugrenzen. Das mag daran liegen, dass es sich bei Public History mit den unterschiedlichen Definitionen um einen in Deutschland neuen Forschungsbereich handelt, der in anderen Ländern wie den USA auf einem erweiterten Stand ist. Ort und Ausführung, um der Öffentlichkeit historische Ereignisse, um Irmgard Zündorfs Definition an dieser Stelle aufzugreifen einer „Nicht vorgebildete Öffentlichkeit, spezielle Form der Geschichte“ näher zu bringen, werden keine Grenzen gesetzt.
    Ich hätte an dieser Stelle gerne ein besseres Verständnis dafür wie Public History auserhalb wissenschaftlicher Einrichtungen, beispielsweise in Filmen, Serien, Videospielen, diverse Medien, wieder mit den Dreh zu Forschungseinrichtungen erlangen, da es für mich noch schwierig ist diese Teildisziplin losgelöst und alleinstehend zu betrachten.

  • Frieda Hämmerling
    Februar 9, 2022Antworten

    Ich beschäftige mich im Rahmen dieser Vorlesung das erste mal mit public History. Ich finde sehr interessant, dass sich public History auf allen gesellschaftlichen Ebenen widerspiegeln kann. Die öffentliche Art der Darstellung von Geschichte ermöglicht eine Vielzahl an Möglichkeiten, Geschichte in der Gesellschaft präsent zu machen. Ebenfalls kann public history als akademischer Lehrgegenstand genutzt werden. Ich studiere PriSe 1 (Lehramt) und sehe es als große Chance -vor allem in der Grundschule – den Lernenden den Gegenstand „Geschichte“ nahezubringen. Ich schließe aus dieser Podcast Folge, dass public History die historischen Sachverhalte „vereinfacht“, bzw leicht verständlich erklärt. Auf dieser Basis kann Geschichte gut in den Grundschulunterricht integriert werden. Ich bin mir nicht mehr sicher, ob es in dieser Folge, oder erst später genannt wurde, aber die Verwendung verschiedenster Medien kann den Sachverhalt ebenfalls abwechslungsreich und interessant im Unterricht darstellen. Zusätzlich möchte ich noch einmal das Format dieser Vorlesung loben. Die Podcastfolgen sind endlich mal eine Abwechslung zu „stopfen“ Vorlesungen und das anhören lässt sich flexibel gestalten. Vielen Dank!

  • Benedikt Lauer
    Februar 13, 2022Antworten

    Irmgard Zündorf und Martin Lücke schreiben in ihrer Definition von Public History:
    „Public History bezeichnet sowohl jede öffentliche Darstellung von Geschichte als auch eine geschichtswissenschaftliche Subdisziplin, die sich mit der Präsentration von Geschichte im Unterschiedlichen Medien, Institutionen und Formen auseinandersetzt.“

    Dann führen sie weiter aus:
    „Public History in unserem Verständnis setzt sich jedoch darüber hinaus mit öffentlicher Repräsentation von Geschichte auseinander, analysiert diese und dekonstruiert darin zum Ausdruck kommende Geschichtsbilder, um den öffentlichen Gebrauch und Missbrauch der Historie zu untersuchen.“

    Inwiefern ist dieser zweite Teil eine Erweiterung der ersten Definition? Warum ist die öffentliche Repräsentation von Geschichte kein Teil der in der ersten Definition erwähnten Präsentation von Geschichte, sondern wird noch einmal extra erwähnt?

  • Valentin Kraner
    Februar 28, 2022Antworten

    Es erstaunt mich doch immer wieder sehr, zu hören, Public History sei unter vielen „konventionellen“ Historiker:innen wenig anerkannt. Nicht, dass ich das nicht glauben würde – angesichts dieses zum Teil sehr eitlen und traditionsbewussten Wissenschaftsfeldes wirkt es nur schlüssig. Doch dass Geschichte einen Einfluss auf die Gesellschaft, deren Werte und Identifikation hat, dabei von Narrativen getragen wird und nicht objektiv die Vergangenheit nacherzählen kann, ist eine der Grundannahmen in der historischen Forschung. Es sollte auf der Hand liegen, dass die nicht-akademische Auseinandersetzung mit der Geschichte für die nicht-akademische Welt die entscheidene Rolle spielt. Die meisten geschichtsinteressierten Menschen in Deutschland bilden sich ihr historisches Weltbild mit TerraX und nicht mit wissenschaftlichen Monografien. Umso wichtiger ist es, eine fachlich und methodisch professionell aufgestellte Public History zu haben, um popkultureller Geschichtsvermittlung einen wissenschaftlichen Hintergrund geben zu können. Um die Fachwelt davon überzeugen zu können, braucht es möglicherweise eine Public History History, die die Relevanz von Public History untersuchen und in der akademischen Welt vertreten kann.

  • Miriam Schuh
    März 31, 2022Antworten

    Ich (als fachfremde Zuhörerin) finde es sehr spannend, eine so junge Disziplin kennenzulernen. Mein Eindruck ist auch, dass dieses junge Alter sich in der Präsentation nach außen wiederfinden lässt. D.h. die Nutzung diverser Medien, um Geschichte zu kommunizieren. Bisweilen habe ich die von mir genutzten Geschichts-Kommunikationskanäle nicht unter dem Aspekt von Public History betrachtet. Erst mit dieser Vorlesungsreihe wurden mir die Dimensionen und die fachliche Notwendigkeit dieser Disziplin sehr deutlich.
    Was mir an manchen Stellen noch schwer fällt zu differenzieren, ist, wo der Unterschied von Geschichtsdidaktik und Public History ist.

  • Tim
    April 14, 2022Antworten

    1.) Wie steht die internationale Forschung zum Thema Public History? Gab es jemals ein
    Streitgespräch zwischen z.B. einem spanischen und einem irischen Historiker über
    dieses Thema? Wie unterscheiden sich diese Meinungen zu den in der Sitzung
    dargelegten von Paul Ashton?

    Wurde die Tatsache, dass Frauen die Möglichkeit haben, zu studieren, auf
    internationalen Tagungen diskutiert? Gibt es ein bestimmtes Datum einer Tagung oder
    eines Kongresses zu diesem Thema?

    Zu Definitionen Teil 1
    1.) Wurde die Völkerschlacht von Leipzig je als Diorama nachgestellt?
    2.) Wurde Kellys Perspektive über die Tatsache, dass Historikerinnen und Historiker damals in Museen gebraucht würden, in der damaligen Zeit in Frage gestellt? Wenn ja, durch wen bzw. welchen Historiker?

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