06 – Deutschland: Christine Gundermann

Ende der 2000er Jahre startete der erste Public-History-Studiengang in Deutschland an der Freien Universität Berlin. Mittendrin im Team der Entwickler:innen war damals Christine Gundermann, die heute Juniorprofessorin für Public History an der Universität zu Köln ist. Mit ihr habe ich über ihren Weg in die Public History und viel auch über wissenschaftsstrategische und -politische Dinge gesprochen.

Links zu Christine Gundermann

Literatur und Tagungsberichte

Genannte Zeitschriften, Institutionen usw.

Zurück zur Übersichtsseite

Comments
  • Mareike Munsch
    Dezember 19, 2021Antworten

    Christine Gundermann bezieht sich in ihrer Definition von Public History auf Irmgard Zinndorf, welche Public History als Geschichte außerhalb von Universität und Schule versteht. Trotzdem findet für Gundermann Public History auch an Universitäten statt, aber in einer anderen „Dimension“, die sich auf das Erforschte fokussiert. Ihre „Arbeitsdefinition“, wie sie es nennt, bezieht sich auf die Kommunikation von Geschichte in allen Räumen, mit allen Medien und Praktiken. Public History in diesem Sinne ist nicht auf einen spezifischen Raum begrenzt, wie die Universität oder eine nationale Betrachtung. Sie wird international und interdisziplinär betrachtet. Trotzdem beziehen wir uns selbst mit ein, wenn wir Public History betrachten und bringen so unsere eigene Position mit in die Reflexion des Erforschten ein.
    In diesem Kontext geht Christine Gundermann auch auf die Definitionsdiskurse von Public History ein. Die Übersetzung von Public History ins Deutsche findet sie problematisch. Ein Punkt den ich sehr verständlich finde. Selbst aus der Alltagssprache kennt man es ja, dass es in anderen Sprache gewisse Begriffe gibt, die zu manchen Situationen einfach besser passen, als ihre Übersetzungen. Gundermann bezieht sich an dieser Stelle auf die Übersetzung von „public“ mit Öffentlichkeit und betont, dass der Begriff in Deutschland und den USA anders historisch betrachtet wird. In wie weit unterscheiden sich hier die Betrachtungsweisen?
    Auch bei der Unterscheidung von Public History und angewandter Geschichte geht sie auf verschiedene nationale Verständnisse ein und erwähnt kurz, dass angewandte Geschichte in Deutschland eine nationalsozialistische Vergangenheit hat. Wie sah angewandte Geschichte in der Vergangenheit aus? Beziehungsweise was sind die Hintergründe dieser Aussage?

  • Benjamin Berner
    Dezember 20, 2021Antworten

    Christine Gundermann erzählt in dieser Episode unter Anderem von ihren Projekten in der Comicforschung und ganz besonders interessant fand ich die Anne Frank Comics und die Idee dahinter das Thema auf ein andere Art anzugehen und ein größeres Publikum zu erreichen. Dadurch stellte sich mir die Frage, auch wenn sie vielleicht skurril erscheinen mag, ob auch Mainstream-Comics ( z.B. Marvel und DC ) dafür geeignet sein könnten. Auch wenn diese Comics hauptsächlich als Unterhaltungsmedien dienen, können sie Einblicke vermitteln, wie mit (für uns heutzutage) wichtigen historischen Ereignissen umgegangen wurden ist. Ebenso können sie den damaligen Zeitgeist gut wiedergeben und die Auswirkungen der Comics auf die Menschen könnte genauer betrachtet werden, da einige auch politische Botschaften enthielten und somit als Propaganda betrachtet werden könnten.
    Wurde sich auf dieser Weise schon mit solchen Comics befasst, gibt es Pläne dafür in der Zukunft oder gehen sie zu weit in Richtung Fiktion und disqualifizieren sich damit für weitere Nachforschungen?

  • María Lucía Valle Vera
    Dezember 23, 2021Antworten

    Christine Gundermann betont in ihrer Definition von „Public History“ die Kommunikationsfähigkeiten der Geschichte, was angesichts der anderen Definitionen von „Public History“ von Forschern aus Australien sehr interessant ist. Was wären in diesem Sinne die zentralen Herausforderungen der Deutschen Akademie und der Gesellschaft für die Entwicklung der „Public History“?
    Außerdem fand ich es sehr interessant, dass der Comic aufgrund der Vielfalt der behandelten Themen und der Reflexion des spezifischen historischen Kontextes, in dem sie entstanden sind, als Studienmaterial im Bereich „Public History“ genannt wurde. Ein weiteres interessantes Material, das ebenfalls erwähnenswert ist und in Lateinamerika untersucht wurde, ist „Manga“ (japanischer Comic). Es gibt Manga, die sich mit historischen Ereignissen in Japan (z.B „Rurouni Kenshin“ von Nobuhiro Watsuki, die den Beginn der Meiji-Ära und die sozialen Veränderungen in der japanischen Gesellschaft zu dieser Zeit thematisiert) oder aus dem Westen (z.B „Berusaiyu no Bara“ / „Die Rosen von Versailles“ von Riyoko Ikeda zur Französischen Revolution Zeit thematisiert). Diese Werke sind gerade deshalb interessant, weil sie eine besondere Art der Vermittlung von Geschichte an die Öffentlichkeit widerspiegeln, egal ob sie sich mit Fragen der Lokal- oder Universalgeschichte befassen.

  • Aycan Sünbül
    Dezember 26, 2021Antworten

    Christine Gundermann definiert in dieser Episode ihre Arbeitsdefinition von „Public History“ als Wissenschaft der Kommunikation von Geschichte, welche sich auf alle Räume, allen Medien, Praktiken bezieht und den eigenen Kulturkreis oder Nation übergreifen kann. Gundermann findet daher, dass Public History auch an Universitäten stattfinden kann.(Daher bezieht Sie sich auch auf Zinndorfs Standart Definitionen, welche Public History als Geschichte außerhalb von Schule und Universität versteht) Diese finden laut Gundermann in einer anderen „Dimension“ statt, welche den Fokus auf das Erforschte gelegt hat. Also Public History ist nicht auf ein spezifischen Raum begrenzt, sondern wird international betrachtet. Christine Gundermann bevorzugt, dass Public History eher an Universitäten ihren Zugang und Funktion haben sollten als auf Fachhochschulen. Sie betont, dass der „Reflexionsvorschuss“ an den Universitäten mit einem weiteren Umfang den Studenten bereitgestellt werden kann als an Fachhochschulen. Daher meine Frage, die auch von Herrn Prof. Dr. Logge gestellt worden ist. Wie könnte man eine Kombination aus Theorie&Praxis herstellen? Eher gesagt wie könnte man eventuell ein Studiengangkonzept erstellen, welches die Theorie der Public History und die Praxis miteinbeziehen? Könnte man dafür keine Kooperation mit einer Fachhochschule machen?

    Außerdem fand ich es sehr interessant, dass Comics als Studienmaterial im Bereich „Public History“ gehören. Vor allem die Idee der Anne Frank Comics und die verflochtene Geschichte der Holocausterinnerungen, auf eine andere Art und Weise darzustellen. Daher meine Frage, welche Kriterien oder Vorgaben müssen die Comics heutzutage haben, damit Sie als Studienmaterial im Bereich der „Public History“ genutzt werden können? Es gibt heutzutage viele Comics, die als Unterhaltungsmedien verwendet werden, dennoch politische Botschaften beinhalten. Können diese ebenfalls in den Bereich der Public History fallen?

  • Malwina Laiker
    Dezember 28, 2021Antworten

    Ich finde das Projekt „Anne Frank im Comic“ von Frau Gundermann sehr interessant. Es ist spannend zu sehen, dass dieses Thema auf eine vollkommen andere Art und Weise umgesetzt wird, die mir zuvor noch nicht bekannt war. Ich kann mir vorstellen, dass man so insbesondere junge Menschen (aber nicht nur, da es sich ebenfalls gut für Erwachsene eignet) erreichen kann, da Comics unterhaltsam sind, aber in diesem Fall dieser auch lehrreich ist. Ich frage mich nur, wie die „Echtheit / Korrektheit“ der historischen Informationen vermittelt werden muss, damit die Leser*innen sie als wahr erkennen und welche Texte und Bilder sich hierfür eignen?

  • Sharifa Braimah Murtalah
    Dezember 29, 2021Antworten

    Die Episode mit Christine Gundermann mit dem Fokus auf Public History, als in Deutschland neu etabliertes Forschungsfeld, war sehr interessant. Die genannte Herausforderung der Pionierin, Begriffe aus dem Englischen wie bsp. “Public History“ oder “applied history“, was in Deutschland bereits mit NS Zeit assoziiert wird, ins Deutsche zu übertragen fand ich eine spannende Erkenntnis. Inwiefern wird das Forschungsgebiet diesbezüglich vor neue Herausforderungen gestellt?
    Mich würde an diese Stelle ebenfalls interessieren, wie es andere europäische Länder mit sprachlichen Hürden aussieht, ob eine Übertragung der Begriffe in andere Sprachen sich ähnlich schwierig gestaltet?

    An ihren Projekten erachte ich besonders das Projekt bezüglich der Comics als sehr spannenden und kreativen Prozess der Auseinandersetzung mit geschichtlichen Ereignissen. In dem Zusammenhang stellt sich mir die Frage, ob die Verwendung von Comics mit historischen Inhalten auch im Schulunterricht denkbar ist oder bereits als etabliertes Begleitmaterial dient, ähnlich wie wir es bereits mit Filmen kennen? In diesem Zusammenhang könnte in Zukunft die Wirkung der verschiedenen Unterrichtsmethoden bei jungen Menschen (Schüler:innen) haben, wodurch die Definition der Public History als Wissenschaft der Kommunikation von Geschichte wieder aufgegriffen würde.

  • Sergio Andres Pereira Rodriguez
    Dezember 29, 2021Antworten

    Für jeglichen wissenschaftlichen Arbeiten sind die Definitionen und Begriffen einen unabdingbaren Teil des Prozesses, Christine Gundermann erklärt dies in den Podcast und betonnt den Unterschied zwischen angewandte Geschichte und „public history“, und die Schwierigkeiten, Problemen und Ungenauigkeiten, die bei einer direkten Übersetzung von „public history“ in der Praxis auftauchen können. Sprache spielt immer eine sehr wichtige Rolle in der Welt der Wissenschaft und ich finde sehr interessant, dass immer mehr englischen Begriffen in den Geschichtswissenschaften benutzt werden, obwohl es fraglich ist, ob diese Tendenz auch nicht andere Konsequenzen mit sich tragen könnte? nämlich der Reduzierung von deutschsprachigen (oder anderen Sprachen) Begriffen aus mangeln der Forschung in den jeweiligen Sprachen.
    Abgesehen von dem sprachlichen Faktor mir schien sehr interessant der Kommentar von Frau Gundermann bezogen der Unterschied zwischen „public history“ und angewandte Geschichte, indem Frau Gundermann angewandte Geschichte als einer Art von Geschichte klassifiziert, die „dummerweise“ aus eine NS Vergangenheit besteht, und wir uns damit nicht „optimal“ auseinandergesetzt haben. Aus diesen Gründen ist der „Anglizismus“ für Frau Grundermann einen sehr guten Begriff, mit dem man arbeiten kann, aber bei mir ist immer noch die Frage geblieben, ob es aufgrund der NS Vergangenheit oder der mangeln der „optimale“ Auseinandersetzung oder eine einfache Präferenz gewesen ist, was Frau Gundermann bewegt hat, sich mit diesem ziemlich neuen Feld der Geschichtswissenschaften zu beschäftigen.

  • Miriam Wiels
    Dezember 30, 2021Antworten

    Christine Gundermann geht in dieser Podcastfolge speziell auf die Bedeutung von Public History im deutschen öffentliche Raum ein. Darüber hinaus stellt für sie vor allem die Arbeitsdefinition von Public History eine große Relevanz dar. Public History ist nämlich die Wissenschaft der Kommunikation von Geschichte. Sie nist nicht auf einen spezifischen Raum begrenzt und es ist vor allem wichtig, dass wir uns selber in die Reflektion miteinbeziehen. Darüber hinaus vertritt die Public History an der Universität eine wichtige Rolle. Sie forciert über die eigene erforschte Geschichte nachzudenken und wie sie in der aktuellen Gesellschaft rezipiert, verhandelt, kommuniziert und popularisiert wird. Sie verkörpert also eine wichtige Schlüsselfunktion. Was ich besonders gegen Ende des Podcasts interessant fand, war die 2018 thematisierte Comfor Jahrestagung. Identität, Gender und Diversität im Comic zu untersuchen erscheint mir als ein ganz neues Gebiet von Geschichte. Vor allem anhand des Anne Frank Comics, kann man sehr schön erkennen, wie Forschung im populären Bereich funktioniert, vor allem wäre dieses Projekt nicht ohne der Hilfe von Sammler*innen, etc. realisierbar gewesen. Es stellt also eine sehr besondere Quelle dar. Das von Gundermann erwähnte Projekt Comics International, Comics in Gedenkstätten ist für mich auch vom großen Interesse. Teilweise kam mir nämlich der Gedanke, ob sich die Public History nicht eigentlich an einen bestimmten Großteil der Gesellschaft richtet, die vielleicht aus einem Akademiker*innen Haushalt kommen?

  • Aida Idrizi
    Dezember 30, 2021Antworten

    Ich finde den Weg von Christine Gundermann vom Lehramtsstudium hin zur public History und die Entwicklung von public History als Universitätsfach an deutschen Universitäten sehr interessant. Besonders interessant fand ich auch, dass „Öffentlichkeit“ bei uns in Deutschland völlig anders interpretiert wird als beispielsweise in den Vereinigten Staaten und public history somit neue Sichtweisen auf diese „Öffentlichkeit“ ermöglicht. Mir stellt sich hier jedoch die Frage inwiefern wird es anders definiert? Wodurch unterscheiden sich die beiden Sichtweisen?
    Christine Gundermann betont außerdem, dass das „erforschen“ enorm wichtig dafür ist, damit public history an der Universität funktioniert und definiert es als „Wissenschaft der Kommunikation von Geschichte“ und ist nicht räumlich begrenzt. Es bezieht sich also auf alle Medien, alle Praktiken. Public History muss nach Christine Gundermann also folglich nicht auf außerhalb der Schule oder außerhalb der Universitäten begrenzt sein. Public History hat als Universitätsfach natürlich auch eine Funktion. Es soll dazu anregen darüber nachzudenken wie die Geschichte in der heutigen Gesellschaft rezipiert wird. Dies soll dann auch in praktische Felder überführt werden. Hier stelle ich mir folgende Frage: Wie könnte ein solches Theorie und Praxis Modell an Universitäten mit leider nur begrenzten Kapazitäten aussehen? Bzw. wie könnte die Umsetzung aussehen?

  • Jana Fischer
    Dezember 31, 2021Antworten

    In diesem Podcast wurde behauptet, dass Wissenschaft Kommunikation ist. Hier wurde die visuelle Kommunikation in Form von Comics genannt (zum Beispiel „Anne Fank im Comic). Wie wird Public History in diesem Fall kommuniziert? Wenn ich mich an meine Schulzeit erinnere, denke ich an bestimmte Schulbücher, welche Comics beinhalteten und die Thematiken nochmals verdeutlicht haben. Auch mit Bildern zu schreiben, wird ein leichterer Zugang für jüngere Leser ermöglicht und eine populäre Wirkung erzielt, da Comics in sämtlichen Kulturen verbreitet und beliebt sind. Ich stelle mir die Frage, inwieweit jedoch Ablenkungen in Form von optischen Elementen in Comics die Thematiken der Public History beeinflussen können. Auch während der Panels entstehen Übergänge im Kopf der Lesenden – hier besteht also die Frage, wie weit die eigene Definitionen von Public History sich entwickeln kann oder entwickeln sollte.

  • Dalia Chwilla
    Dezember 31, 2021Antworten

    Ich finde den Aspekt, inwieweit die Medien Geschichte bzw. historische Ereignisse auch manipulieren können, auch sehr interessant und erwähnenswert. Zu den Comics über geschichtliche Themen / Werbesprüche oder Verschwörungstheorien denke ich auch, dass viel zugunsten einer bestimmten Personengruppe manipuliert wird und die Allgemeinheit dem schnell Gkauben schenkt, da sie Medien einfach ohne großes hinterfragen rezipieren. Wenn sie solche Informationen dann mündlich oder auch schriftlich, z.B als aktuelles Medium durch Soziale Medien weitergeben und sie eine große Reichweite haben, glauben immer mehr Menschen solchen „fake news“. Ein Beispiel: bei der Trump Wahl haben Fox News behauptet, dass bereits verstorbene Menschen gegen Trump gewählt haben. Würden solche verfälschten Aussagen immernoch im Umlauf sein bzw. von der Allgemeinheit geglaubt werden, würde das in ein paar Jahren rückblickend auch ein manipuliertes bzw. fälschliches historisches Ereignis sein.

  • Lucas C. Schmidt
    Dezember 31, 2021Antworten

    Zuerst einmal komme ich nicht vom Fach.
    Persönlich habe ich mich auch früher nur kurzzeitig selber mit Comics befasst, aber kann dazu sagen, dass sie schon ein Archäologieinteresse in mir geweckt haben. Als Kind in Donald Duck Comics eine „Majarakete“ starten zu sehen, hat mich nachhaltig dazu inspiriert, mich mit lateinamerikanischer Geschichte und Archäologie zu befassen.
    Und die Gedenkkultur Deutschlands ist mir auch sehr viel wert, also bin ich nicht ganz so fern vom Thema selber.
    Ich würde von meinem recht speziellen Interessen heraus noch anmerken, dass viel Geschichte heutzutage ja auch in Videospielen und Youtubevideos transportiert wird.
    In Videospielen lernt man teils eins zu eins die echte Geschichte oder „hollywoodartige“ Abwandlungen hiervon kennen, auch die Geschichte der einzelnen Konflikte und Werkzeuge/Waffen der Menschheit werden manigfaltig abgebildet oder nachempfunden.
    In Youtubevideos werden diese Begebenheiten und Objekte dann von Experten weitergehend bewerten und eingeordnet. Aber ich muss natürlich auch eingestehen, dass von der breiten Masse eher nur die Spiele konsumiert werden und die Geschichte oft ignoriert wird und nur ein Anhängsel der modernen „Kunst“ ist.
    Wobei die Channel zur Einordnung der Objekte immer mehr Follower weltweit finden, man beachte den amerikanischen Historiker Ian McCollum von „ForgottenWeapons“-Channel oder das recht neue eropäische Pendant, Jonathan Ferguson vom Royal Armouries Museum, welcher sich auch speziell mit der „Public History“ von Waffen in Spielen beschäftigt und Leute ins museale und die Hintergründe einführt.
    Mehr als meine losen Anmerkungen hierzu fallen mir aber beim besten Willen nicht ein und ich vermute das mein Interesse eher zu speziell ist und nicht zu der Diskussion beitragen wird.
    Zu guter letzt muss ich noch den Dozenten loben, dieses ganze Format hier ist wirklich preisverdächtig gut gelungen und macht Spaß am lernen!

  • Lisa Querner
    Dezember 31, 2021Antworten

    Christine Gundermanns Plädoyer für eine universitäre Public History, ohne dabei Kooperationen und zivilgesellschaftliche Aspekte auszuschließen, schließt die Universität als eine Kommunikationsform von Geschichte ein. In ihrer Definition, Public History als Wissenschaft der Kommunikation von Geschichte in und zwischen allen Raum-, Zeit- und Kultur- oder Nationszusammenhängen, geht es also auch um die Art und Weise, wie historische Forschung Geschichte erzeugt. Die Notwendigkeit dafür zu erkennen und dafür einzutreten ist auf theoretischer Ebene wahrscheinlich eine Aufgabe oder eher eine Folge der Public History. Ist oder sollte diese Reflexion der eigenen Wissensproduktionsweisen nicht unbedingt Teil und Aufgabe der jeweiligen Disziplin selbst sein? Sieht man die Public History als Teil der klassischen Geschichtswissenschaft, so erfüllt sie dieses Ziel. Jedoch sollten auch alle Historiker*innen, die sich nicht unbedingt dezidiert als Public Historians sehen, damit auseinandersetzen und somit die jeweiligen Macht- und Wissenszusammenhänge ihrer eigenen Forschungserkenntnisse reflektieren und damit zu einer Änderung der Verhältnisse beitragen. Denn nur weil universitäre Forschung „schon immer so war“, sollte dies nicht eine Legitimation für Strukturen sein, die sehr wohl etwas mit den Forschungsthemen, -erkenntnissen und ihren -desideraten zu tun haben und letztlich ihre Aussagekraft mitbestimmen. Die Wichtigkeit dieser Prozesse an der Uni zu implementieren, sollte eine Nebeneffekt von Public History sein, jedoch nicht ihr hauptsächlicher Arbeitsgrund.

  • Azad Baybarz
    Dezember 31, 2021Antworten

    Die Idee Geschichte auf einer Visuellen Art den Menschen zu vermitteln wie zum Beispiel das Projekt Anne Frank im Comic ist sehr interessant. Durch die Visualisierung von Geschichtlichen Ereignissen können verschiedene Altersklassen von diesem Profitieren. Diese Art von Geschichtsvermittlung kann jedoch einige Probleme aufwerfen. Durch falsche Darstellung können wichtige Ereignisse verzerrt werden. Es ist wichtig, dass die Darstellung von neutraler Form ist. Jedoch vermute ich, dass man nicht alle Ereignisse visuell abbildet, da man Gewallt ungern abbildet. Für den Einstieg in einem Thema sind die Comics eine gute Form. Meine Frage ist: Wie möchte man diese Problematik umgehen beziehungsweise was möchte dagegen unternehmen?

  • Teresa Früh
    Januar 4, 2022Antworten

    Christine Gundermann spezialisierte sich auf die Themenbereiche Erinnerung, Aussöhnung und Neubeginn und fasste dabei im Besonderen die deutsch-niederländische Beziehung in den Blick. Ich denke im Hinblick auf das gemeinsame Erinnern und die Versöhnung spielt die Public History eine besonders große Rolle, da sie die Wissenschaft der Kommunikation von Geschichte ist und somit über den akademischen Raum hinaus geht. Sie hat Einfluss auf alle Bereiche des öffentlichen Lebens. Die Thematisierung und Problematisierung der Vergangenheit findet nun einmal nicht nur in den Vorlesungssälen statt, sondern prägt überdies jegliche wirtschaftlichen, politischen, aber auch sozial-gesellschaftliche Beziehungen. Ich finde es faszinierend wie allgegenwärtig Geschichte ist und wie eng sich die Public History mit anderen Bereichen verknüpfen lässt. Gibt es denn viele Arbeitsstellen für Public Historians in der Politik oder beispielsweise beim auswärtigen Amt? Welche Funktionen könnten Public Historians dort übernehmen? Warum ist das Amt des niederländischen Botschafters eine solch schwierige Funktion?

    Die Podcastfolge ließ mich an ein persönliches Ereignis erinnern: Ich war damals 16 Jahre alt und zu Besuch bei einer Freundin in Paris. Ihr Vater interessierte sich sehr für Geschichte, besonders für den ersten und zweiten Weltkrieg. Die Regale im Wohnzimmer waren voll von Miniaturwaffen, Panzern und Soldatenfiguren. Beim Abendessen fragte er mich dann, ob ich mich denn nicht schuldig fühle für das, was die Deutschen während des zweiten Weltkrieges angerichtet hatten. Ich wusste nicht wier ich reagieren sollte. Ich selbst habe mir für dieses Ereignis nie Schuld zugeschrieben, habe ich auch an diesem Abend und auch danach nicht. Trotzdem diskutierten wir und erinnerten uns gemeinsam, teilten eine Geschichte. Vielleicht mein erster bewusster, tiefgreifender Kontakt mit Public History.

Leave a comment

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.