Lehre

Meine Lehrveranstaltungen setzen auf problem based learning und Projektarbeit und dienen im besten Fall als Proberäume für forschendes Lernen.

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Lehre verdient mehr als sie häufig bekommt

Die Einheit von Forschung und Lehre wird häufig betont – aber nur selten gleichberechtigt gelebt. Engagement für Forschung ist in der Regel karriereförderlicher, wird höher angesehen und in universitären Belohnungssystemen entsprechend gewürdigt, etwa durch leistungsbezogene Mittelzuweisungen oder im Recruiting. Ich setze mich dafür ein, dass die drei Missionen der Hochschule Forschung,  Lehre und Transfer auf Augenhöhe stattfinden und als gleichberechtigte Säulen der Bildung an der Universität anerkannt werden. Das Verhältnis von Lehre und Forschung habe ich auch in meinem Beitrag für den Band „Geschichtswissenschaft im 21. Jahrhundert“ diskutiert.

 

Ziel des Geschichtsstudiums: Der Erwerb analytischer und generativer Geschichtssortenkompetenz.

Das Studium der Geschichtswissenschaft ist noch immer stark textverhaftet. Geschichte findet jedoch zu einem großen und weiter zunehmenden Teil in nicht-textuellen Formen und Formaten statt. Geschichtsstudierende müssen in die Lage versetzt werden, potentiell jede Art von Geschichte zu analysieren und auch selbst herzustellen – oder ihre Produktion leitend zu koordinieren.

Lehren

Meine erste Lehrveranstaltung habe ich 2008 während der Promotionsphase an der Justu-Liebig-Universität Gießen gehalten. Seither habe ich vor allem an der Universität Hamburg in allen Formaten des Geschichtsstudiums Lehrveranstaltungen angeboten. Im Wintersemester 2019/20 durfte ich als Gast am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ein Gastspiel geben.

Ein Schwerpunkt meiner Lehre liegt im Bereich des Projektstudiums, das sich in besonderem Maße für problembasiertes und forschenden Lernens eignet. Hier können in klassischen Seminaren erworbene Fähigkeiten und Fertigkeiten in realitätsnahen Lehr-Lern-Szenarien zur Anwendung gebracht und so getestet und zugleich vertieft werden.

Dabei setze ich auch auf Lab-Strukturen: Werkstätten, in denen Produktionsmittel für das Herstellen von Geschichte in unterschiedlichen Formen und Formaten zur Verfügung stehen und aktiv genutzt werden können. Am Fachbereich Geschichte der Universität Hamburg habe ich zusammen mit Nico Nolden und Sebastian Kubon ein GameLab nebst Ludothek und ein BroadcastingLab eingerichtet. Ein SoundLab befindet sich im Aufbau. Für das coronarchiv-Projekt konnten wir Mittel für ein CrowdsourcingLab einwerfen und gemeinsam mit Nils Steffen arbeite ich gegenwärtig an der Einrichtung eines SocialMediaLabs.

Die Lab-Idee geht zurück auf das Geschichtsbureau-Konzept, das wir bereits Anfang der 2010er Jahre als Reformprojekt für den Arbeitsbereich „Allgemeine Berufsqualifizierende Kompetenzen“ (ABK-Bereich) entwickelt haben. Der ABK-Bereich ist in Hamburg gemeinsam mit dem BA-/MA-System eingeführt worden und stand vor allem für den additiven Kompetenzerwerb im Feld der Employability, den wir durch einen integrierten Kompetenzerwerb ersetzt haben.

Abbildungen aus: Hamburger Modell geschichtswissenschaftlicher Projektlehre im Dreierschritt: Allgemeine Berufsqualifizierende Kompetenzen (ABK) – Geschichtsbureau – Public History (mit Jörn Lindner und Ulrike Senger), in: Ulrike Senger, Yvonne Robel, Thorsten Logge (Hg.): Projektlehre im Geschichtsstudium. Verortungen, Perspektiven, Berichte, Bielefeld 2015 (Doktorandenbildung neu gestalten, Bd. 5), S. 260–303.

Weitere Veröffentlichungen zum Thema Lehre

Preise

Lehrpreis der Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung der Freien und Hansestadt Hamburg

Joseph-Carlebach-Preis der Universität Hamburg
für Özlem Alagöz, Fabian Boehlke, Viktoria Wilke, Nikolas Odinius sowie Thomas Rost für ihre biografischen Arbeiten in den von Dr. Thorsten Logge und Dr. Beate Meyer angebotenen Seminaren „Stolpersteine im Grindelviertel – Vom Namen zur Biografie“

Lehrveranstaltungen

Eine chronologische Liste meiner Lehrveranstaltungen seit 2008 findet sich hier. In meiner Lehre orientiere ich mich in Teilen an Lehrkonzepten, die bereits in den 1970er und 1980er Jahren in Hamburg von Peter Borowsky, Barbara Vogel und Heide Wunder konzipiert wurden.

Der „Borowsky/Vogel/Wunder“ war auch für mein eigenes Studium ab Ende der 1990er Jahre noch eine durchaus nutzbare „Einführung in die Geschichtswissenschaft“ – allerdings hat sich seit den 2000er Jahren und durch das Internet so viel geändert, dass eine Neuauflage (vielleicht als Webportal) sicher sinnvoll wäre.

Was den Borowsky/Vogel/Wunder auch heute noch interessant macht, ist dessen kompetenzorientierter Zugang zur Geschichtswissenschaft: Hier geht es vornehmlich um die Fähigkeiten und Fertigkeiten, die es braucht, um Informationen zu beschaffen, auszuwerten und die Ergebnisse des geschichtswissenschaftlichen Arbeitens zur Darstellung zu bringen. Dieser vor dem Hintergrund der Ausweitung der Hochschulen zu Massenuniversitäten entstandene Ansatz eröffnet(e) auch Studierenden aus bildungsferneren Schichten den Zugang zur Geschichte. Er ist in unserer heutigen Einwanderungsgesellschaft aktueller denn je.

Der erste Band ist in fünf Auflagen erschienen und auch heute noch erhältlich, wurde aber seit 1989 nicht mehr aktualisiert. Heute kaum noch bekannte Bände der „Studienbücher Moderne Geschichte“, als dessen erster Band die Einführung erschien, sind Band 2 (Methoden und Theorien) und 3 (Geschichte in Presse, Funk und Fernsehen: Berichte aus der Praxis – herausgegeben von Immanuel Birnbaum et al.). Die Reihe erstreckt sich somit von der Forschung bis zur Darstellung von Geschichte auch außerhalb der Universität. Es ist zuweilen erstaunlich, wie viel eigentlich immer schon da ist.

Ein großer Teil meiner Lehrveranstaltungen ist als Projektlehre ausgewiesen. Tatsächlich lässt sich jedes geschichtswissenschaftliches Vorhaben – von der Hausarbeit über den Master bis zum Podcast – als Projekt konzipieren und umsetzen.

Einführungen

  • Politische Feste in Europa im 18. und 19. Jahrhundert
  • Bürgerkrieg in den USA – Vom Aufstand bei Harpers Ferry 1859 bis zum Kompromiss von 1877
  • Migrationsgeschichte als Kulturgeschichte. Die deutsche Migration in die USA bis zum Zweiten Weltkrieg

Hauptseminare

  • Gilded Age America – Die USA im ausgehenden 19. Jahrhundert (1877-1895)
  • Going Public! Geschichte und ihre Öffentlichkeiten (Gastspiel am KIT)

Übungen

  • Geschichtspanoramen als visuelle Unterhaltungshistoriographie
  • Lektürekurs: Hayden White
  • Rammsteins Deutschland – Nation und Nationalismus in der Popkultur
  • Making History? Über den Gebrauch der Geschichte
  • Visual History – Geschichte eines historiographischen Ansatzes
  • Geschichte im Fernsehen. Zwischen Guido Knopp und Boardwalk Empire
  • Performanz und Performativität in der Geschichte
  • Geschichte(n) erzählen – Material Cultures und narrativer Konstruktivismus
  • Public History – Methoden, Theorien, Ansätze
  • Mediengeschichte – Medientheorien
  • Migrationsgeschichte als Kulturgeschichte – Die deutsche Überseeauswanderung in die USA bis zum Ersten Weltkrieg
  • Einführung in die Geschichte der Geschichtsschreibung

Masterseminare

  • Der US-Bürgerkrieg in der Erinnerungskultur
  • Geschichtssorten im öffentlichen Raum

Berufsorientierung

  • Geschichte als Beruf
  • Kommunikation und Medienkompetenz
  • EDV für Historikerinnen und Historiker
  • Praktikumsvorbereitende Übung
  • Vortragsreihe: Berufsfelderkundung für Historikerinnen und Historiker

Vorlesungen

  • Ringvorlesung Public History (Kooperation mit der RUB)
  • Einführung in die Public History

Projektseminare

  • Digital Public History: Alltagsgeschichte(n) der Pandemie in Deutschland und den USA
  • German Migration to Missouri – Die Kiefer Family Papers: Zwischen Europa und den USA
  • German Migration to Missouri – Transatlantische Migrationsgeschichte
  • Kriege der Erinnerung – Denkmäler kommentieren in Deutschland und den USA
  • Kanzlergeschenke – Kulturgeschichte(n) des Schenkens
  • Zum Gebrauch von Geschichte: Museum, Denkmal, Film, Bild und Führung in Gettysburg und Tannenberg
  • Glaubensfragen? Zur Ästhetik von Geschichte(n)
  • Historikertag 2016 – Organisation eines internationalen Studierendenpanels
  • „Hartes Hamburg“ – Musikkultur in Hamburg in den 1980er Jahren
  • „Hamburger Gute Laune“ – Musikkultur in Hamburg in den 1970er Jahren
  • Das Hamburger Museum für Völkerkunde und der Kolonialismus
  • Bismarck-Kult im Ersten Weltkrieg
  • Aufstand und Krieg als Medienereignis. Leica und der Warschauer Aufstand. Aspekte einer Ausstellung
  • Stolpersteine im Grindelviertel – Vom Namen zur Biografie
  • 60 Jahre in Hamburg – Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit (GCJZ)
  • Geschichtsredaktion Hamburgische Geschichten
  • Geschichte im Radio
  • Videoproduktion und Online-Contents
  • 350 Jahre Stadt Altona – Historische Rundgänge zum Jubiläum
  • Das Kaiserreich im Hamburger Stadtbild vermitteln – eine Medienproduktion