01 – Eine Reise in die Public History

Was ist Public History? Bevor wir uns aufmachen auf eine Reise in das in Deutschland noch immer recht junge und aufstrebende Feld Public History stelle ich zum Auftakt zunächst einmal die Podcast-Reihe vor und erkläre, worum es hier eigentlich gehen soll.

Für diese Reihe habe ich mit einer ganzen Reihe von Public Historians gesprochen, die hier einmal kurz vorgestellt werden – eine längere Selbstvorstellung wird dann in den einzelnen Episoden zu finden sein.

In der kommenden Woche geht es in Episode 2 dann auch inhaltlich richtig los – da geht es dann um Definitionen.

Gäste des Lecture Podcasts

Genannte Literatur 

  • Paul Ashton, Alex Trapeznik (Hg.): What is Public History Globally? Working With the Past in the Present, London 2019.
  • Thomas Cauvin: Public History. A Textbook of Practice. New York 2016.
  • Tanya Evans: Family History, Historical Consciousness and Citizenship. A New Social History, London 2022.
  • James B. Gardner, Paula Hamilton (Hg.): the Oxford Handbook of Public History. New York 2017.
  • Christine Gundermann et al.: Schlüsselbegriffe der Public History. Göttingen 2021.
  • Ana Maria Mauad, Ricardo Santhiago, Viviane Trindade Borges (Hg.): Que história pública queremos? – What Public History Do We Want? São Paulo 2018.
  • Sabine Stach, Juliane Tomann (Hg.): Historisches Reenactment. Disziplinäre Perspektiven auf ein dynamisches Forschungsfeld. Berlin 2021.
  • Sarah Willner, Georg Koch, Stefanie Samida (Hg.): Doing History. Performative Praktiken in der Geschichtskultur. Münster 2016.
  • Joanna Wojdon (Hg.): Public History in Poland. New York 2022.

Genannte Zeitschriften, Blog-Journals, Datenbanken, Gesellschaften, Sendeformate

Preview Folgen 2/3

In Folge zwei und drei wird es vor allem um Definitionen gehen: Wie wurden und werden Public History in der Literatur definiert?

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Comments
  • Svea Gruber
    März 1, 2022Antworten

    Da ich nicht genau weiß, unter welcher Podcast Folge ich meinen Kommentar platzieren soll, kommt er einfach hier:

    Im Hinblick auf die Paneldiskussionen möchte ich gerne eine Diskussion über die „Instrumentalisierung von Geschichte“ anregen. Die Redewendung der „Instrumentalisierung von Geschichte“ ist mir in den letzten Jahren sehr häufig in den Medien begegnet, unter anderem oft im Kontext mit Aussagen von AfD-Politiker:innen. Meinem Eindruck nach, ist die „Instrumentalisierung von Geschichte“ ein eher negativ als positiv konnotierter Begriff und auch in verschiedenen Podcast-Folgen wurde das Thema kurz angeschnitten. Ich habe heute lange darüber nachgedacht, inwiefern die Aussage, „Geschichte wird instrumentalisiert“, sinnvoll ist. Geschieht die Aufarbeitung und Darstellung von Geschichte nicht immer zu dem Zweck, sie für welche Zwecke auch immer zu „instrumentalisieren“? Gibt es „gute“ und „schlechte“ Instrumentalisierung? Wer entscheidet das? Ist das nicht alles eine Frage der Perspektive? Und gibt es überhaupt die Möglichkeit, Geschichte für die Öffentlichkeit aufzubereiten, ohne sie gleichzeitig zu instrumentalisieren?

    Auch wenn ich mir heute schon einige Gedanken zu dem Thema gemacht habe, bin ich noch zu keiner 100% zufriedenstellenden Antwort/Meinung gekommen. Mich würde interessieren, wie verschiedene Public Historians sich dazu positionieren würden und ob/inwiefern. es vielleicht Unterschiede zwischen den Positionen von Deutschen und Englisch-sprachigen Historiker:innen gibt, die auf Unterschiede in dem Selbstverständnis von Historiker:innen hinweisen. (Mit dem letzten Halbsatz mache ich gerne ein weiteres Fass auf!)

  • Svea Gruber
    März 4, 2022Antworten

    Auch wenn diese Definitionen-Sache ja ganz spannend ist, bezieht sich mein Kommentar nicht auf die verschiedenen Definitionen von Public History, sondern auf ein aktuelles „Public-History-Ereignis“:
    Ich habe eben eine relativ aktuelle Folge des Neo Magazin Royale gesehen, in dem es um den Instagram-Account „Ich bin Sophie Scholl“ geht. Jan Böhmermann nimmt eine sehr kritische Position gegenüber dem Projekt ein und ich teile viele seiner Ansichten; finde den Ansatz, Geschichte über Social Media erfahrbar zu machen, aber nicht grundsätzlich verkehrt. Mich würde sehr interessieren, was für eine Position verschiedene Public Historians dem Projekt bzw. dem Ansatz, Geschichte über Social Media zu vermitteln, gegenüber einnehmen. Kann die Vermittlung von geschichtswissenschaftlichen Erkenntnissen über Plattformen wie beispielsweise Instagram überhaupt funktionieren? Und wenn ja, nach welchen Kriterien kann man das Ganze als Public Historian analysieren? Ist das Projekt „Ich bin Sophie Scholl“ ein eher positives oder negatives Beispiel für Geschichte auf Social Media Plattformen? Sind solche Projekte vielleicht sogar die Museen der Zukunft? (Ich hoffe nicht)

    Auch Ihre Position/Gedanken dazu würden mich sehr interessieren!

  • Jennifer Machensen
    März 22, 2022Antworten

    Ich sehe persönlich ein großes Potenzial in dem Fach Public History, da dieser Bereich Alternativen beinhaltet, den die klassische Geschichtswissenschaft auf diese Art und Weise nicht darbieten kann, da sie leider für gewöhnlich konservativer ist und in einer (elitären) geschlossenen Gesellschaft behandelt wird, wodurch sie nicht der Allgemeinheit wirklich zugänglich ist. Im Gegensatz dazu bewegt sich die Public History außerhalb des akademischen Bereichs und geht eher den Fragen nach, wie kollektives Wissen (im geschichtlichen Kontext) konstruiert und erhalten werden kann. Dies betrifft eher den Großteil der Gesellschaft, nicht nur einen kleinen elitären Abschnitt, an den sich viele diverse Menschen beteiligen können. Dadurch, dass die Public History sich in der Öffentlichkeit bewegt, kann meiner Meinung nach, geschichtliches Wissen besser bzw. großflächiger verbreitet werden und dringt so besser in die Menschen. Vor allem bei Museen oder auch bei Denkmälern/Gedenkstätten sehe ich großes Potenzial, da durch die Tourismusbranche viele verschiedene Menschen dorthin gelangen, um sich das anzusehen. Doch hier ist auch wieder die größte Hürde in der Public History, die sich mit der schwierigen Frage befassen muss, wie geschichtliches Wissen gut aufbereitet und kompakt gefasst dem Besucher präsentiert wird, damit dieser möglichst viel später an Wissen mitgenommen hat, wenn er diese Institution verlässt. Idealerweise soll der Besucher noch im Nachhinein über das Wissen nachdenken und sich beschäftigen, was auch durch Interaktion mit den Besuchern zu erreichen wäre. Weiter müsste auch der Bereich der Digital HIstory an Bekanntheit erlangen, da hier durch das Internet wieder viele Menschen angesprochen und informiert werden könnten, da nicht alle Menschen die finanziellen Mittel haben, sich durch teure Reisen zu bilden. Auf diese Weise hätten auch Menschen, die nicht aus einem Akademiker-Haushalt stammen oder denen die monetären Möglichkeiten fehlen, Zugang zu Geschichte bekommen und diesen Fachbereich mit ihrern Perspektiven bereichern.

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